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Neoprenkleber ist für keinen ernsthaften Freitaucher optionale Ausrüstung – er ist unverzichtbares Wartungsmaterial. Open-Cell-Neoprenanzüge reißen. Die Frage ist, ob man den Riss sofort und sauber repariert oder ihn sich ausbreiten lässt, bis er einen größeren Flicken erfordert oder den Anzug unbrauchbar macht. Eine Tube Neopren-Kontaktkleber wiegt fast nichts und kostet weit weniger als die Reparatur, die sie verhindert.
Warum Neoprenkleber in die Tauchtasche jedes Freitauchers gehört
Open-Cell-Neopren ist das beste verfügbare thermische Material für Freitauchanzüge – und es ist zugleich am anfälligsten für Risse. Die ungefütterte Gummioberfläche, die die thermische Abdichtung erzeugt, hat keine Stoffstruktur, die einen Riss aufhält, sobald er entsteht. Kleine Kerben an den Handgelenkabdichtungen, Knöchelbündchen und Kapuzenrändern sind bei regelmäßigem Gebrauch praktisch unvermeidlich, besonders beim An- und Ausziehen. Unrepariert breiten sich diese kleinen Risse unter der Spannung des wiederholten Dehnens aus, bis aus einer anfänglichen 1-cm-Kerbe ein 10-cm-Riss wird, der einen kompletten Neoprenflicken erfordert.
Neopren-Kontaktkleber ist speziell dafür formuliert, an der Gummioberfläche des Neoprens zu haften und zu einem flexiblen, elastischen Zustand auszuhärten, der sich mit dem Anzug bewegt, statt unter Belastung zu reißen. Standard-Allzweckklebstoffe – Sekundenkleber, Epoxidharz, Silikondichtmasse – erreichen dies nicht und haften entweder gar nicht, reißen beim ersten Dehnen oder lösen sich nach dem Wasserkontakt ab. Der richtige Klebstoff schafft eine Reparatur, die praktisch unsichtbar und strukturell dauerhaft ist; der falsche schafft eine Reparatur, die beim ersten Tauchgang versagt.
Wie Neopren-Kontaktkleber funktioniert
Neoprenkleber ist ein Kontaktkleber, das heißt, beide zu verbindenden Flächen müssen beschichtet und teilweise aushärten gelassen werden, bevor sie zusammengepresst werden. Der Standardablauf lautet: beide Flächen von jeglicher Verunreinigung reinigen, eine dünne Schicht auf beide Seiten auftragen, antrocknen lassen (typischerweise 5–10 Minuten), eine zweite dünne Schicht auf beide Seiten auftragen, weitere 5 Minuten warten, dann die Flächen sorgfältig ausrichten und mit festem Druck zusammenpressen. Kontaktkleber haftet beim Berühren sofort und dauerhaft – ein Neupositionieren ist nicht möglich, sobald sich die Flächen berühren. Das Aushärten bis zur vollen Festigkeit dauert typischerweise mehrere Stunden, wobei die meisten Produkte innerhalb von 20–30 Minuten eine funktionale Verbindungsfestigkeit erreichen.
Bei Open-Cell-Innenflächen haftet der Kleber gut am freiliegenden Gummi. Für Außenreparaturen mit Smooth Skin oder Glide Skin gilt derselbe Ansatz. Bei Reparaturen, die eine stoffgefütterte Außenfläche betreffen, die mit Neopren verbunden wird (etwa das Flicken einer gerissenen Smooth-Skin-Stelle mit einem Stück gefütterten Neoprens), haftet der Kleber an der Stoffseite weniger stark und profitiert möglicherweise von einem etwas stärkeren Auftrag oder einer längeren Aushärtezeit vor dem Gebrauch.
Flickenreparaturen vs. Nahtreparaturen
Nicht alle Neoprenreparaturen sind gleich. Ein sauberer Riss durch das Neopren – bei dem beide Kanten intakt sind und wieder zusammengepresst werden können – ist eine unkomplizierte Nahtreparatur allein mit Kontaktkleber. Ein Riss, bei dem Material verloren gegangen ist oder bei dem die Kanten nicht sauber ausgerichtet werden können, erfordert einen Neoprenflicken: ein Stück dünnes Neopren (typischerweise 1–1,5 mm), das etwas größer als der Schaden zugeschnitten und über die betroffene Stelle geklebt wird. Flicken können je nach Lage und Schwere des Schadens auf der Innen-, Außen- oder beiden Seiten des Anzugs angebracht werden. Bei Smooth-Skin-Anzügen ist ein Flicken auf der Innenseite vorzuziehen, da er das Profil der Außenfläche nicht stört.
Worauf zu achten ist
- Neoprenspezifische Formulierung: Verwenden Sie speziell für Neopren formulierten Kleber. Allgemeine Kontaktkleber haften anfangs vielleicht, behalten aber unter wiederholtem Dehnen und Wasserkontakt oft nicht ihre Flexibilität.
- Flexibilität im ausgehärteten Zustand: Der ausgehärtete Klebstoff muss elastisch bleiben – er wird denselben Dehnkräften ausgesetzt wie das Neopren, das er verbindet. Ein Kleber, der starr aushärtet, reißt und löst sich rasch ab.
- Aushärtezeit vs. Verarbeitungszeit: Schneller aushärtende Produkte sind für F





